Pathologie der Mamillenregion

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REPORT


Ewgenija Gutjahr1 · Agathe Streng1 · Sebastian Aulmann2 · Christa Flechtenmacher1 · Ferdinand Toberer3 · Jörg Heil4 · Werner Böcker5 · Peter Sinn1 1

Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland Opti-Path, MVZ für Pathologie, Frankfurt, Deutschland 3 Universitäts-Hautklinik, Heidelberg, Deutschland 4 Universitäts-Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland 5 Dermatologische Gemeinschaftspraxis am Tibarg, Hamburg, Deutschland 2

Pathologie der Mamillenregion Teil II: Tumoren, tumorartige Läsionen und Überschussbildungen Tumoren und tumorartige Erkrankungen der Mamillenregion zeigen ein charakteristisches morphologisches Spektrum mit Besonderheiten im Vergleich zu den gewöhnlichen benignen und malignen Tumorerkrankungen der Mamma. Dieses betrifft die epithelialen Tumoren der Mamma, wozu das Mamillenadenom und der syringomatöse Tumor der Mamille gehören, als auch die nichtepithelialen Tumoren einschließlich dem malignen Melanom der Mamille und seltenen mesenchymale Tumoren der Mamille. In diesem Review diskutieren wir die relevanten Veränderungen, morphologischen Diagnosekriterien und die klinischen Konsequenzen, die sich aus der bioptischen Sicherung ergeben.

Karzinome der Mamille Von der Mamille ausgehende oder rein intramamillär lokalisierte Karzinome sind selten und machen nur 1,2 % aller Mammakarzinome aus [54], wobei es sich meist um gut differenzierte, stark hormonrezeptorpositive Karzinome ohne Bezug zu den großen Milchgängen handelt. Einzelne Fallberichte beschreiben ein intramamilläres solid-papilläres Mammakarzinom [60]. Intramamilläre Mammakarzinome können assoziiert sein mit einem Milchgangpapillom oder einem Mamillenadenom [66]. Ferner gilt die Mamillenregion als die bevorzug-

te Lokalisation des Basalzellkarzinoms (Basalioms) der Mamma bei beiden Geschlechtern, wobei es sich meist um größere, lokal fortgeschrittene Tumoren handelt [10, 18]. Klinisch präsentiert sich das Basalzellkarzinom der Mamille als eine erythematöse Läsion mit Schuppung, Ulzeration und subareolärem Tumor und gilt als aggressiver als in anderen Lokalisationen. Auch Plattenepithelkarzinome der Mamille sind beschrieben [16].

Intramamilläres Papillom Die häufigste Läsion der zentralen Milchgänge ist das solitäre intraduktale Papillom, welches meist durch eine seröse oder, bei häufig herdförmig ausgebildeten Nekrosen des Papilloms, blutige Mamillensekretion klinisch manifest wird oderauchbeioberflächlicherLage tastbar seinkann. Derhistologische Befund eines Milchgangpapilloms ist gekennzeichnet durch unterschiedlich breite, fibrosierte oder sklerosierte Papillenstöcke, die von einem zweireihigen Epithel mit basalem Myoepithel und luminalem, meist zylindrischem Drüsenepithel, nicht selten vom Typ einer Kolumnarzellmetasie, ausgekleidet werden. Die epithelialen Veränderungen umfassen die apokri„Teil I: „Pathologie der Mamillenregion; Morbus Paget der Mamille, Varianten und Differenzialdiagnosen“ ist zu finden unter: https://doi.org/ 10.1007/s00292-020-00772-1. Der Pathologe

Übersichten

Abb. 1 9 Mamillenadenom. a