Evaluation des Peer2Me-Mentorenprogramms für junge Erwachsene mit Krebs aus Patientensicht

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Diana Richter · Annekathrin Sender · Katja Leuteritz · Anja Mehnert-Theuerkauf · Kristina Geue Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland

Evaluation des Peer2MeMentorenprogramms für junge Erwachsene mit Krebs aus Patientensicht Hinführung zum Thema Junge Erwachsene mit Krebs sind krankheits- und behandlungsbedingten Stressoren und verschiedenen Belastungsfaktoren ausgesetzt. Der psychoonkologische Forschungsstand zeigt, dass diese Patienten unerfüllte Informations- sowie Unterstützungsbedürfnisse berichten. Ferner ist in dieser Patientengruppe die soziale Unterstützung von zentraler Bedeutung, wobei neben Familie und Freunden ebenso Kontakte mit gleichaltrigen Krebspatienten von Relevanz sind. Deutschlandweit liegen unseres Wissens bisher keine Ergebnisse zu selbsthilfe- und mentorenbasierten Interventionen vor, die auf die spezifischen Bedürfnisse junger erwachsener Krebspatienten fokussieren.

Einleitung Das Robert Koch-Institut geht von einer jährlichen Inzidenz in Deutschland von circa 17.000 Menschen aus, die im Alter zwischen 15 und 39 Jahren erkranken. Dies entspricht etwa 3,5 % aller jährlichen Neuerkrankungen [20]. Junge Menschen mit Krebs, die sogenannten AYA („adolescents and young adults“), repräsentieren eine Patientengruppe, die sich sowohl im medizinischen als auch im psychosozialen Bereich deutlich von krebskranken Kindern und älteren Tumorpatienten abgrenzt [4]. Zum einen unterscheiden sich sowohl die Häufigkeiten bestimmter Tumorentitäten als auch die tumorbiologi-

schen Merkmale der zugrunde liegenden Tumorerkrankung [17]. Zum anderen ist diese Lebensspanne von einer Vielzahl komplexer biologischer und hormoneller bzw. psychosozialer Entwicklungen (Identitätsbildung, Berufsfindung, Familiengründung u. a.) gekennzeichnet [5]. Junge Krebspatienten haben ein hohes Informationsbedürfnis, welches allerdings bei mehr als der Hälfte der Patienten unerfüllt bleibt [16]. Aus diesen unerfüllten Informations- und Unterstützungsbedürfnissen resultiert eine Vielzahl psychosozialer Belastungen [18]. Für eine gelingende Krankheitsbewältigung im jungen Erwachsenenalter stellt die soziale Unterstützung eine wichtige Ressource dar. Allerdings wollen Krebspatienten oftmals ihre eigene Familie und Freunde nicht zusätzlich mit ihrer Erkrankung belasten und vermeiden Gespräche über ihre Ängste und Sorgen [8, 19]. Mehrere Studien bestätigten, dass sich junge Krebspatienten zusätzlich zu professionellen psychoonkologischen Unterstützungsangeboten den Austausch mit anderen gleichaltrigen Betroffenen wünschen, um auf Erfahrungen der Peers zurückzugreifen und von positiven Bewältigungsstilen zu profitieren [3, 9]. Da in Deutschland alle onkologischen Patienten ab 18 Jahren in der Erwachsenenonkologie versorgt werden und die Inzidenzen junger Tumorpatienten niedrig sind, mangelt es jungen Betroffenen oftmals an Kontakten mit gleichaltrigen Patienten [6, 12]. Meist kommen jun-

ge Krebspatienten in speziellen Rehabilitationseinrichtungen das erste Mal mit

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