Das Krankheitsbild im Sinne der Berufskrankheit 2102 Meniskopathie
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Bolm-Audorff1 · R. Braunschweig2 · V. Grosser3 · E. Ochsmann4 · M. Schiltenwolf5 1
Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt, Dezernat Landesgewerbearzt, Regierungspräsidium Darmstadt, Wiesbaden, Deutschland 2 Klinik für bildgebende Diagnostik und Interventionsradiologie, BG-Klinik Bergmannstrost in Halle/Saale, Halle/Saale, Deutschland 3
Gutachtenzentrum, BG-Klinikum Hamburg, Hamburg, Deutschland Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und betriebliches Gesundheitsmanagement, Universität zu Lübeck, Lübeck, Deutschland 5 Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Gutachtenambulanz, Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland 4
Das Krankheitsbild im Sinne der Berufskrankheit 2102 Meniskopathie Ergebnisse einer interdisziplinären Arbeitsgruppe
Der ärztliche Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, in der Arbeitsmediziner, Orthopäden, Radiologen und Unfallchirurgen mitarbeiten, beauftragt, das Krankheitsbild im Sinne der Berufskrankheit 2102 Meniskopathie zu beschreiben. Die Berufskrankheit 2102 betrifft nach der Legaldefinition „Meniskusschäden nach mehrjährigen andauernden oder häufig wiederkehrenden, die Kniegelenke überdurchschnittlich belastenden Tätigkeiten“. Nach der medizinischen Begutachtungsliteratur und der juristischen Kommentierung steht nur die primäre Meniskopathie des Knies nach mehrjähriger meniskusbelastender beruflicher Tätigkeit unter Versicherungsschutz. [1, 4, 6, 7]. Primäre Meniskopathien schließen sekundäre Meniskopathien im Rahmen der Gonarthrose, metabolischer, rheumatischer oder infektiöser Knieerkrankungen, als Folge von Makroverletzungen des Knies, z. B. bei Kniedistorsionen mit KapselBand-Läsionen oder bei Schienbeinkopfbrüchen aus. Die Liste dieser Ursachen für eine sekundäre Meniskopathie ist
vorläufig und bleibt einem systematischen Review vorbehalten. In Bezug auf die Definition der Gonarthrose wird auf die Begutachtungsempfehlung für die Berufskrankheit 2112 [2, 3] verwiesen.
Klinik Die Klinik der primären Meniskopathie ist Schmerz im Bereich des Gelenkspalts, ggf. mit mechanischer Bewegungshemmung und Gelenkerguss. Nur die Basis des Meniskus wird von freien Nervenendigungen erreicht, ansonsten gibt es freie Nervenendigungen in der Gelenkkapsel und im subchondralen Knochen. Meniskopathien sind i. A. also klinisch stumm, sie können nur klinisch bedeutsam werden, wenn Nozizeptoren in Meniskusnähe erregt werden. Solche Erregungen sind möglich durch mechanische Einklemmung eingerissener Meniskusanteile zwischen Oberschenkelrolle und Schienbeinkopf (indirekte nozizeptive Reizung), Dehnung der Gelenkkapsel bei Erguss (Aktivierung der Kapselnozizeptoren durch perimeniskales Weichgewebsödem bzw. auch lokalisierte Synovialitis) oder bei Druckerhöhung subchondral (bei subchondralem
Knochenödem unterhalb einer Meniskusläsion, soweit nicht im Rahmen eines arthrotischen Umbaus). Die Meniskopathie verläuft häufig symptomlos. Beispielsweise fand sich in der Studie von Rytter et al. [9], dass nur 48,4 % der Bodenleg
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